Pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung sind grundsätzlich alle Arbeitnehmer, deren Bruttoarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) nicht übersteigt. Diese Jahresarbeitsentgeltgrenze ist seit dem 01.01.2003 nicht mehr identisch mit der für diesen Versicherungszweig geltenden Beitragsbemessungsgrenze und beträgt derzeit 48.150 EUR. Vereinfacht dargestellt ist somit jeder Arbeitnehmer mit einem Arbeitsentgelt von nicht mehr als 4.012,50 EUR krankenversicherungspflichtig. Übersteigt das Einkommen diese Grenze, besteht die Möglichkeit einer freiwilligen Weiterversicherung oder einer privaten Krankenversicherung.  Die Mitgliedschaft versicherungspflichtig Beschäftigter beginnt mit dem Tag des Eintritts in das Beschäftigungsverhältnis.

Berechnung der Beiträge

Die Beiträge zur Sozialversicherung (Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung) werden berechnet, indem die beitragspflichtigen Einnahmen mit dem entsprechenden Beitragssatz der Krankenkasse (zur Beitragssatzübersicht) multipliziert werden. Dabei können die Beiträge aus Beitragstabellen abgelesen oder auch nach folgender Formel berechnet werden:

Beitragspflichtige Einnahmen bis zur BBG * halber Beitragssatz = Arbeitnehmeranteil
Arbeitnehmeranteil * 2 = Gesamtbetrag


Beitragspflichtige Einnahmen

Als beitragspflichtige Einnahmen gelten bei versicherungspflichtig beschäftigten
Arbeitnehmern:

  • das Arbeitsentgelt einschließlich der Einmalzahlungen aus allen Beschäftigungen, für die Versicherungspflicht besteht,
  • der Bruttozahlbetrag der Rente der gesetzlichen Rentenversicherung,
  • der Bruttobetrag der Versorgungsbezüge (= rentenähnliche Einnahmen),
  • das Arbeitseinkommen aus selbstständiger Tätigkeit, jedoch nur, wenn es neben Renten- oder Versorgungsbezügen (siehe 2. und 3.) erzielt wird.

Aus den unter 3. und 4. genannten Einnahmen sind Beiträge nur zu entrichten, wenn sie insgesamt 1/20 der Bezugsgröße (2008: bundeseinheitlich  124,25 EUR) übersteigen. Die Einnahmen werden bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt.

Tragung der Beiträge

Versicherungspflichtige Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber tragen die Beiträge jeweils zur Hälfte.

Der Arbeitgeber trägt den Beitrag allein

  • für Auszubildende, deren monatliches Arbeitsentgelt 325 EUR nicht übersteigt,
  • für Personen, die ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr leisten,
  • für Beschäftigte, soweit Beiträge für Kurzarbeitergeld oder Winterausfallgeld zu zahlen sind.

Kinderlose Personen, die das 23. Lebensjahr vollendet haben, müssen ab dem 01.01.2005 einen um 0,25 % höheren Beitrag zu Pflegeversicherung zahlen.


Zusatzbeitrag für Zahnersatz und Krankengeld ab Juli 2005

Im Oktober 2004 hat der Bundestag beschlossen, dass der Zahnersatz auch künftig eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt. Allerdings zahlen ab Juli 2005 die Arbeitnehmer dann zusätzlich 0,4 Beitragspunkte für den Zahnersatz aus der eigenen Tasche.

Der gesonderte Krankengeld-Zusatzbeitrag in Höhe von 0,5 Prozent für Arbeitnehmer, der ursprünglich erst im Januar 2006 eingeführt werden sollte, wird nun ebenfalls ab Juli 2005 erhoben. Insgesamt erhöhen sich dadurch die Krankenkassenbeiträge für gesetzliche Krankenversicherte um 0,9 Prozentpunkte. Beide Abzüge haben die gesetzliche Versicherten künftig allein zu tragen – bisher teilten sich diese Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleich Teilen.