Hauptberuflich selbständig erwerbstätige Personen sind grundsätzlich nicht krankenversicherungspflichtig. Sie haben die Wahl zwischen einer freiwilligen Krankenversicherung in einer gesetzlichen Krankenkasse oder einer privaten Krankenversicherung.

Beginn der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft beitrittsberechtigter Selbständiger beginnt mit dem Tag ihres Beitritts zur Krankenkasse

Berechnung der Beiträge

Die Beiträge zur Krankenversicherung werden berechnet, indem die beitragspflichtigen Einnahmen mit dem entsprechenden Beitragssatz der Krankenkasse multipliziert werden. Einzelheiten sind in der Satzung der jeweiligen Krankenkasse geregelt. Die Satzung der Krankenkasse kann auch Beitragsklassen vorsehen.

Beitragspflichtige Einnahmen bis zur BBG

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 Beitragssatz

=

Beitrag

 
Beitragspflichtige Einnahmen

Bei der Beitragsberechnung für hauptberuflich selbständig erwerbstätige Personen ist die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen. Es sind somit alle Einnahmen und Geldmittel, die das Mitglied zum Lebensunterhalt verbraucht oder verbrauchen könnte ohne Rücksicht auf ihre steuerliche Behandlung bei der Beitragsberechnung zu berücksichtigen.

Zu den Einnahmen zum Lebensunterhalt gehören:

  • der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten bei Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit (Arbeitsentgelt), Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung
  • der Gewinn bei Einkünften aus dem Gewerbebetrieb, Land- und Forstwirtschaft und selbständiger Arbeit

Für hauptberuflich selbständig erwerbstätige Personen wird als beitragspflichtige Einnahme immer ein Wert in Höhe der monatlichen Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3.600,00 EUR angesetzt. Können Sie nachweisen, dass Ihre tatsächlichen Einnahmen niedriger sind, so sind nur diese Einnahmen bei der Beitragsberechnung zu berücksichtigen, mindestens jedoch ein Betrag von derzeit 1.863,75 EUR. In der Regel wird der Nachweis anhand des aktuellen Steuerbescheides erbracht. Aktuell ist hierbei der Steuerbescheid, der im laufenden Geschäftsjahr ausgestellt ist. Spiegel der Steuerbescheid nicht die derzeitigen finanziellen Verhältnisse wieder, so können zum Nachweis niedrigerer Einnahmen auch Bilanzen oder betriebswirtschaftliche Auswertungen des Steuerberaters dienen.

Berechnung der Beiträge

Für die Berechnung der Beiträge ist in der Regel der allgemeine Beitragssatz der Krankenkasse zu verwenden. Allerdings können Selbständige beantragen, dass die Krankenkasse bei Arbeitsunfähigkeit bereits vor der 7. Woche Krankengeld zahlt. In diesem Fall wäre der erhöhte Beitragssatz der Krankenkasse maßgebend. (zur Beitragssatzübersicht)

Tragung der Beiträge

Hauptberuflich selbständig erwerbstätige Personen  tragen ihren Beitrag allein.

Leistungen

Selbständige erhalten die gleichen Leistungen wir Pflichtversicherte auch. Allerdings kann an Stelle der Sachleistung die Kostenerstattung gewählt werden, d. h. statt KV-Karte erfolgt Privatbehandlung per Rechnung. Von den Krankenkassen werden jedoch nur die Kassensätze erstattet. Weiterhin können Selbständige den Beginn der Krankengeldzahlung ihren individuellen Bedürfnissen anpassen.

Ende der freiwilligen Mitgliedschaft

Die freiwillige Mitgliedschaft endet

  • mit Beginn einer Pflichtmitgliedschaft,
  • mit Ablauf des nächsten Zahltages, wenn für zwei Monate die fälligen Beiträge trotz Hinweises auf die Folgen nicht entrichtet wurden,
  • durch fristgerechte Kündigung