Krankenversicherung Rentner: Auch für Seniorinnen und Senioren gilt die Versicherungspflicht

Welche Arten der Krankenversicherung gelten für Rentner? Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

Für Rentner besteht auch nach dem Ende des Arbeitslebens eine Versicherungspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung. Eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner (KvdR) ist dann im Rahmen einer Pflichtversicherung, einer freiwilligen Versicherung oder einer beitragsfreien Familienversicherung möglich. Besteht zum Zeitpunkt des Renteneintrittes eine private Krankenversicherung, entfällt die Versicherungspflicht.

 

Krankenversicherung der Rentner

Die Beiträge zur Krankenversicherung sind bei Rentnern einkommensabhängig wie bei Beschäftigten und werden prozentual auf alle Rentenbezüge sowie auf Kapitaleinkommen und Mieteinnahmen erhoben. Es gilt der jeweilige allgemeine GKV-Beitragssatz zzgl. Zusatzbeitrag der Krankenkasse.

Varianten für die Krankenversicherung Rentner 

  • Bei pflichtversicherten Rentnern teilen sich die Rentenversicherung und die Versicherten den Beitrag analog wie bei  Arbeitnehmern. Der Anteil des Rentenversicherungsträgers ist dabei genau wie der Arbeitgeberanteil auf 7,3 Prozent begrenzt. Die Differenz inklusive Zusatzbeitrag sind von den Rentnern selbst aufzubringen.
  • Freiwillig versicherte Rentner müssen den vollen KV-Beitrag ( derzeit 14,6 + x % )  von ihren Rentenbezügen an die Krankenkasse abführen. Auf Antrag bei der Rentenversicherung können Zuschüsse in Höhe des Arbeitgeberanteils von 7,3 Prozent gezahlt werden. >> Weitere Informationen
Zuschuss für freiwillig versicherte Rentner
Zuschüsse für freiwillig versicherte Rentner können nur für den KV-Beitrag auf die gesetzliche Altersrente, nicht aber auf zusätzliche Renten oder Versorgungsbezüge beantragt werden.

download Antragsformular (pdf) 

  • Familienversicherte Rentner bleiben genau wie vor dem Rentenbezug beitragsfrei in der Krankenkasse des Ehe- oder Lebenspartners versichert. Diese Personengruppen müssen auf keine ihrer Rentenbezüge einen Beitrag zur GKV entrichten.

Vorversicherungszeit: Wann ist man als Rentner pflichtversichert in der GKV ?

Die erste Voraussetzung für eine Pflichtversicherung als Rentner innerhalb der GKV ist die Antragstellung oder der Bezug von Rente im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung. Weiterhin muss eine festgelegte Zeit der Vorversicherung in der Gesetzlichen Krankenversicherung bestanden haben.
Hierbei gilt folgende Richtlinie:
Als ausreichende Vorversicherungszeit gilt ein Zeitraum von 90 Prozent der zweiten Hälfte des Zeitraumes zwischen erstmaliger Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Zeitpunkt der Rentenantragstellung. Für die Vorversicherung werden Zeiten als Pflichtversicherter, als freiwillig Versicherter oder als Familienversicherter gleichrangig angerechnet.
Einen Nachweis über die Vorversicherungszeiten erhalten die Rentenantragsteller bei ihren jeweiligen gesetzlichen Krankenkassen.

Hinweis
Bei Witwen und Witwern gilt die Vorversicherungszeit als erfüllt, wenn der/die Verstorbene gesetzliche Rente bezogen hat und als Rentner pflichtversichert war.

 

 

Ausschluss von der GKV als Rentner

Bestimmte Berufsgruppen könne sich nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner versichern. Dies gilt zum Beispiel für für Beamte, Berufssoldaten oder Geistliche.

Weiterhin ist eine GKV-Krankenversicherung nicht möglich, wenn im Ruhestand eine Pension bezogen wird oder im Jahr der Rentenantragstellung die Versicherungspflichtgrenze (JAEG) beim Einkommen überschritten wurde. Auch wer im Ruhestandsalter weiterhin hauptberuflich selbstständig erwerbstätig ist, darf sich nicht mehr gesetzlich krankenversichern.

 

Auf welche Renten müssen Krankenkassenbeiträge gezahlt werden?

Grundsätzlich muss auch auf jede weitere Rente, die neben der gesetzlichen Altersrente bezogen wird, der gültige KV-Beitrag abgeführt werden. Hierzu zählen beispielsweise:

  • Witwen- und  Waisenrente
  • Betriebsrenten
  • Renten aus der aus Zusatzversorgung für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes
  • Renten aus Versorgungswerken für bestimmte Berufe
Ausnahme
Auf sämtliche privaten Kapitalzusatzrenten  ( z.B. aus Riester-Verträgen ) müssen keine Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden.

 

Welche gesetzlichen Leistungen gelten für Rentner ?

Beim Leistungsanspruch innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung ändert sich beim Eintritt in das Rentenalter nur ein einziger Punkt. Bei Krankheit wird dann kein Krankengeld mehr gezahlt, weil die Rentenbezüge auch im Krankheitsfall normal weiterlaufen. Ansonsten gilt ausnahmslos der Leistungskatalog der GKV mit den festgelegten Bedingungen für Zuzahlungen.