Rentner und Rentenantragsteller sind in der Krankenversicherung der Rentner (KVdR) pflichtversichert, wenn sie eine entsprechende Vorversicherungszeit erfüllen. Kann die Vorversicherungszeit nicht erfüllt werden, kommt eine freiwillige Krankenversicherung in Betracht. Die Versicherung von freiwillig versicherten Rentnern sowie deren beitragspflichtige Einnahmen wurden durch den Gesetzgeber zum 01.04.2002 neu geregelt. (Weitere Informationen zur Krankenversicherung der Rentner).

Beginn der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft versicherungsberechtigter Rentner beginnt mit dem Tag des Beitritts zur Krankenkasse. Besteht die Mitgliedschaft bereits während des Arbeitslebens zuvor und erfolgt keine Kündigung, bleibt diese einfach weiter bestehen.

Berechnung der Beiträge

Die Beiträge zur Krankenversicherung werden berechnet, indem die beitragspflichtigen Einnahmen mit dem entsprechenden Beitragssatz der Krankenkasse (zur Beitragssatzübersicht) multipliziert werden. Einzelheiten sind in der Satzung der jeweiligen Krankenkasse geregelt. Die Satzung der Krankenkasse kann auch Beitragsklassen vorsehen.

Hinweis
Beitragspflichtige Einnahmen bis zur BBG

*

 Beitragssatz

=

Beitrag

 

Reihenfolge der Einnahmen bei der Beitragsberechnung

Bei freiwillig versicherten Rentnern werden zur Beitragsbemessung soweit vorhanden folgende Einnahmen in der angegebenen Reihenfolge zugrunde gelegt:

  1. der Zahlbetrag der gesetzlichen Rente,
  2. der Zahlbetrag der Versorgungsbezüge (Betriebsrenten, private Kapitalrenten, Renten aus Versorgungswerken bestimmter Berufszweige)
  3. das Arbeitseinkommen  ( z.B. nebenberufliche Tätigkeiten )
  4. der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten bei Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit (Arbeitsentgelt)

Die Anrechnung erfolgt maximal nur bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze. Ist diese bereits durch den ersten oder zweiten Punkt erreicht, bleiben jeweils alle weiteren Bezüge anrechnungsfrei. Als beitragspflichtige Einnahmen in der freiwilligen Krankenversicherung ist jedoch monatlich ein Betrag von derzeit mindestens 991,67 EUR ( Stand 2017 ) anzusetzen.

Krankenkassenbeitrag für freiwillig versicherte Rentner

Freiwillig versicherte Rentner tragen den Beitrag zur Krankenversicherung in voller Höhe allein. Auf Antrag erhalten sie allerdings einen Zuschuss von ihrem Rentenversicherungsträger. Dieser  ist bemessen nach der Hälfte des jeweiligen Durchschnittsbeitrages zur GKV. Maximal wird die Hälfte des Betrages, den sie tatsächlich zu zahlen haben als Beitragszuschuss.

Leistungen

Freiwillig Versicherte Rentner können die gleichen Leistungen in Anspruch nehmen wie Pflichtversicherte. Im Unterschied zu den pflichtversicherten haben sie die Möglichkeit, das Kostenerstattungsprinzip für die Abrechnung zu wählen. Anstatt mit der Chipkarte wie üblich nach dem Sachleistungsprinzip abzurechnen, erfolgt dann ähnlich wie bei Privatversicherten eine Behandlung auf Rechnung. Die Krankenkassen erstatten in jedem Fall nur die geltenden Sätze des GKV-Leistungskatalogs.

Ende der freiwilligen Mitgliedschaft

Die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung endet

  • mit Beginn einer Pflichtmitgliedschaft
  • durch fristgerechte Kündigung, z.B. bei Krankenkassenwechsel oder dauerhaftem Verzug ins Ausland mit anderweitiger Absicherung im Krankheitsfall