Arbeitnehmer, die ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (Jahresarbeitsentgeltgrenze) von derzeit 48.150 EUR erzielen und deren Einkommen diese Grenze in drei aufeinander folgenden Kalenderjahren überstiegen hat, sind krankenversicherungsfrei.Für diesen Personenkreis kommt nun eine freiwillige Weiterversicherung oder eine private Krankenversicherung in Betracht.

Beginn der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft beitrittsberechtigter Arbeitnehmer beginnt mit dem Tag nach dem Ausscheiden aus der Versicherungspflicht.

Berechnung der Beiträge

Die Beiträge zur Krankenversicherung werden berechnet, indem die beitragspflichtigen Einnahmen mit dem entsprechenden Beitragssatz der Krankenkasse multipliziert werden. Einzelheiten sind in der Satzung der jeweiligen Krankenkasse geregelt. Die Satzung der Krankenkasse kann auch Beitragsklassen vorsehen.

Beitragspflichtige Einnahmen bis zur BBG* Beitragssatz + Zusatzbeitrag=Beitrag


Beitragspflichtige Einnahmen

Bei der Beitragsberechnung für freiwillige Mitglieder ist die gesamte wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu berücksichtigen. Es sind somit alle
Einnahmen und Geldmittel, die das Mitglied zum Lebensunterhalt verbraucht oder verbrauchen könnte ohne Rücksicht auf ihre steuerliche Behandlung bei der Beitragsberechnung zu berücksichtigen.

Zu den Einnahmen zum Lebensunterhalt gehören:

  • der Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten bei Einnahmen aus nichtselbständiger Arbeit (Arbeitsentgelt), Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung
  • der Gewinn bei Einkünften aus dem Gewerbebetrieb, Land- und Forstwirtschaft und selbständiger Arbeit

Die Einnahmen werden bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze von derzeit 3.600 EUR berücksichtigt. Als beitragspflichtige Einnahmen in der freiwilligen Krankenversicherung ist jedoch monatlich ein Betrag von derzeit mindestens 828,33 EUR anzusetzen.

Tragung der Beiträge

Freiwillig versicherte Arbeitnehmer tragen ihren Beitrag allein. Allerdings gewährt der Arbeitgeber bei Beschäftigten, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze versicherungsfrei sind, einen Beitragszuschuss in Höhe der Hälfte des Beitrags, der für einen versicherungspflichtig Beschäftigten  zu zahlen wäre, höchstens jedoch die Hälfte des Betrages, den sie tatsächlich
zu zahlen haben.

Kinderlose Personen, die das 23. Lebensjahr vollendet haben, müssen ab dem 01.01.2005 einen um 0,25 % höheren Beitrag zu Pflegeversicherung zahlen.


Zusatzbeitrag für Zahnersatz und Krankengeld ab Juli 2005

Im Oktober 2004 hat der Bundestag beschlossen, dass der Zahnersatz auch künftig eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung bleibt. Allerdings zahlen ab Juli 2005 die Arbeitnehmer dann zusätzlich 0,4 Beitragspunkte für den Zahnersatz aus der eigenen Tasche.

Der gesonderte Krankengeld-Zusatzbeitrag in Höhe von 0,5 Prozent für Arbeitnehmer, der ursprünglich erst im Januar 2006 eingeführt werden sollte, wird nun ebenfalls ab Juli 2005 erhoben. Insgesamt erhöhen sich dadurch die Krankenkassenbeiträge für gesetzliche Krankenversicherte um 0,9 Prozentpunkte. Beide Abzüge haben die gesetzliche Versicherten künftig allein zu tragen – bisher teilten sich diese Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu gleich Teilen.

Leistungen

Freiwillig Versicherte erhalten die gleichen Leistungen wir Pflichtversicherte auch. Allerdings kann an Stelle der Sachleistung die Kostenerstattung gewählt werden, d. h. statt KV-Karte erfolgt Privatbehandlung per Rechnung. Von den Krankenkassen werden jedoch nur die Kassensätze erstattet.

Ende der freiwilligen Mitgliedschaft

Die freiwillige Mitgliedschaft endet

  • mit Beginn einer Pflichtmitgliedschaft,
  • mit Ablauf des nächsten Zahltages, wenn für zwei Monate die fälligen Beiträge trotz Hinweises auf die Folgen nicht entrichtet wurden,
  • durch fristgerechte Kündigung