Bei einem Krankenkassenwechsel sind gesetzlich festgelegte Fristen zu beachten.

Krankenkassenwechsel – Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

Ein Krankenkassenwechsel ist einfach, erfordert von den Versicherten aber die Beachtung bestimmter Schritte. Für eine rechtskräftige und termingerechte Kündigung der alten Krankenkasse sind Fristen zu berücksichtigen. Außer dem müssen Informationspflichten gegenüber dem Arbeitgeber bzw. Sozialträgern beachtet werden. Unsere Checkliste soll Sie beim Wechsel in eine andere gesetzliche Krankenkasse unterstützen.

1. Wie kündige ich meine bisherige Krankenkasse?
2. Wann gilt ein Sonderkündigungsrecht?
3. Welche Form muss die Kündigung aufweisen?
4. Habe ich ein Anrecht auf eine Kündigungsbestätigung?
5. Was muss bei der Wahl einer neuen Krankenkasse beachtet werden?
6. Welchen Stellen ist die Mitgliedsbescheinigung vorzulegen?

1. Kündigung der bisherigen Krankenkasse

Seit dem 01.01.2002 können Versicherte die Mitgliedschaft in ihrer Krankenkasse zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats kündigen. An diese Wahlentscheidung sind sie dann grundsätzlich 18 Monate gebunden.

Beispiel für Kündigungsfrist:
Tag der Kündigung:17.11.2016
Ende der Mitgliedschaft:31.01.2017
Beginn der Mitgliedschaft bei der
gewählten Kasse:
01.02.2017
Die 18-monatige Bindungsfrist gilt für alle ausgeübten Wahlrechte. Es kann auch bei Eintritt eines neuen Versicherungsgrundes oder bei einem Arbeitgeberwechsel nur dann eine neue Krankenkasse gewählt werden, wenn zu diesem Zeitpunkt bereits eine 18-monatige Mitgliedschaft bei der alten Krankenkasse bestanden hat und die Mitgliedschaft zum Termin des Arbeitgeberwechsels vorausschauend wirksam gekündigt wurde. Möchten Sie bei einem Arbeitgeberwechsel Mitglied Ihrer bisherigen Krankenkasse bleiben, brauchen Sie Ihrem Arbeitgeber lediglich eine Mitgliedsbescheinigung dieser Krankenkasse zu übergeben.


Ein Musterkündigungsschreiben für diese ordentliche Kündigung finden Sie hier
alternativ können Sie die Krankenkasse online kündigen


2. Sonderkündigungsrecht

Versicherte einer Krankenkasse haben ein Sonderkündigungsrecht, wenn ihre Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht. Diese Kündigungsmöglichkeit besteht auch dann, wenn die 18-monatige Bindefrist noch nicht erfüllt ist. Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist somit zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt. Aufgrund der Beitragserhöhung ist das Kündigungsrecht bis spätestens zwei Monate nach Inkrafttreten der Beitragserhöhung auszuüben.

Beispiel zum Sonderkündigungsrecht:
Ankündigung der Erhebung des Zusatzbeitrages:20.12.2016
Erstmalige Fälligkeit des Zusatzbeitrages:01.01.2017
Kündigung der Krankenkasse bis spätestens:31.01.2017
Ende der Mitgliedschaft in der vorherigen Krankenkasse31.03.2017
Beginn der Mitgliedschaft bei der gewählten Kasse:01.04.2017

Das Sonderkündigungsrecht besteht dann nicht, wenn ein Wahltarif gewählt wurde, der eine Bindungsfrist an die gesetzliche Krankenkasse von 3 Jahren auslöst.

Ein Musterkündigungsschreiben für diese außerordentliche Kündigung finden Sie hier:

3. Form der Kündigung

Eine Kündigung der Krankenkasse bedarf immer der Schriftform. Daher sollten Sie die Kündigung entweder persönlich abgeben und sich den Erhalt auf einer Kopie bestätigen lassen, diese  per Einschreiben mit Rückschein versenden oder Sie nutzen die Möglichkeit der Onlinekündigung über unseren Service. In diesem Fall müssen Sie ihre Daten Online ausfüllen und Online unterschreiben und wir versenden die Kündigung per Fax an Ihre Krankenkasse. Sie erhalten als Nachweis das Faxprotokoll.

4. Kündigungsbestätigung

Die gesetzlichen Krankenkassen sind gesetzlich dazu verpflichtet, Ihnen binnen 14 Tagen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung zuzusenden. Sollte Ihnen diese Kündigungsbestätigung nach Ablauf dieser Frist nicht vorliegen, fragen Sie bei der der Krankenkasse nochmals nach.

5. Wahl einer neuen Krankenkasse

Versicherungspflichtige Personen können folgende Krankenkassen wählen:

  • die Ortskrankenkasse des Beschäftigungs- oder Wohnorts
  • jede Ersatzkasse, deren Zuständigkeit sich nach der Satzung auf den Beschäftigungs- oder Wohnort erstreckt,
  • die Betriebs- oder Innungskrankenkasse, wenn sie in dem Betrieb beschäftigt sind, für den die Betriebs- oder die Innungskrankenkasse besteht,
  • die Betriebs- oder Innungskrankenkasse, wenn diese entsprechend einer Satzungsregelung für den Wohn- bzw. Beschäftigungsort geöffnet ist.

Um letztendlich Mitglied Ihrer gewünschten Krankenkasse zu werden, müssen Sie die Mitgliedschaft bei Ihrer neuen gewünschten Krankenkasse beantragen. Dazu fordern Sie von der Krankenkasse Wechselunterlagen (Antrag auf Mitgliedschaft) ab. Dies können Sie Online über die Krankenkassenliste unseres Krankenkassen-Beitragsrechners tun. In diesem Zusammenhang müssen Sie der neuen Krankenkasse die Kündigungsbestätigung Ihrer vorherigen Krankenkasse vorlegen. Insofern Sie berechtigt sind, einer bestimmten Krankenkasse beizutreten, darf die Krankenkasse Ihre Mitgliedschaft nicht ablehnen. Eine Ablehnung wegen schwerwiegenden Vorerkrankungen ist ebenfalls unzulässig.

6. Vorlage der Mitgliedsbescheinigung

Nachdem Sie Ihren Mitgliedsantrag an die neue Krankenkasse gesendet haben, erhalten Sie von dieser die Mitgliedschaftsbescheinigung. Damit die Krankenkassenwahl wirksam werden kann, müssen Sie gegenüber Ihrem Arbeitgeber die Wahl der Krankenkasse nachweisen. Dies erfolgt durch die Vorlage dieser Mitgliedschaftsbescheinigung, die von der gewählten Krankenkasse ausgestellt wird. Der Arbeitgeber wird Sie dann zum Ende der Kündigungsfrist bei der alten Krankenkasse ab- und bei der neuen Krankenkasse anmelden. Erfolgt die Vorlage der Mitgliedsbescheinigung nicht oder verspätet, ist die Krankenkassenwahl unwirksam. In einem solchen Fall wird die Mitgliedschaft bei der alten Krankenkasse fortgesetzt.